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Grundbegriffe der Individualpsychologie

Grundbegriffe der Individualpsychologie

Bereits einige zentrale Begriffe können auch dem Laien einen Einblick geben, was das Besondere an der Individualpsychologie ist und was sie von anderen psychologischen Richtungen unterscheidet.

Ganzheitlichkeit

Der Mensch ist unteilbar. Die Individualpsychologie wendet sich gegen eine Sichtweise des Menschen, in der einzelne Teilbereiche wie Gefühl, Intelligenz, Bewusstes oder Unbewusstes isoliert betrachtet werden. Diese Auffassung gab der Individualpsychologie ihren Namen, abgeleitet vom lateinischen individuum, das Unteilbare.

➔ Willst du den Menschen verstehen: Schau auf das Ganze!

Zielgerichtetheit

Wann verstehen wir das Verhalten eines Menschen? Nicht, wenn wir die Gründe kennen, wie es die landläufige Meinung ist, sondern wenn wir das Ziel kennen.

Jeder Mensch verfolgt mit seinem Handeln bestimmte Ziele, die er selbst gewählt hat. Er hat die Wahl, welche Ziele er verfolgt.

Die Konsequenz daraus ist für das Verständnis der Individualpsychologie von großer Bedeutung: Jeder Mensch hat die angeborene Fähigkeit, sein Leben positiv zu gestalten. Er ist nicht Opfer irgendwelcher Umstände, sondern Gestalter seines Lebens.

➔ Nicht Opfer, sondern Gestalter!

Gleichwertigkeit

Susanne ist Ärztin, Petra ist Verkäuferin. Wie auch immer ihre Lebenssituation und ihr Lebensstil aussehen mögen, als Menschen sind beide vollkommen gleichwertig. Das Prinzip der Gleichwertigkeit besagt: Jeder Mensch hat den gleichen Wert. Einfach nur, weil er ein Mensch ist. Ganz egal, welche Aufgaben er hat und wie er diese erfüllt.

➔ Jeder Mensch hat den gleichen Wert.

Gemeinschaft

Lena ist 6 Monate alt. Sie lächelt ihre Eltern an und in diesem Lächeln liegt grenzenloses Vertrauen. Dieses Vertrauen wird sie unter günstigen Umständen weiter entwickeln zu einem Gefühl der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft. Sie wird in dem Maße ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln können, in dem sie erlebt, dass sie Teil der Gemeinschaft ist, dass sie wertvoll für die Gemeinschaft ist, dass sie beitragen kann zum Wohle der Gemeinschaft.

Das Gemeinschaftsgefühl ist eine starke und stärkende Kraft, Kennzeichen des positiven Menschenbildes der Individualpsychologie.

➔ Selbstbewusste Menschen haben immer auch ein starkes Gemeinschaftsgefühl.

Ermutigung

Paul möchte weiterkommen im Leben, möchte noch so viel erreichen, im Job und privat. Doch oft plagen ihn Selbstzweifel: Wie soll ich das bloß schaffen?

Ja, wie soll er es schaffen? Welche Bedingungen sind es, unter denen sich ein Mensch positiv entwickeln kann?

Jeder kennt das von sich selbst: Wenn andere Menschen uns unterstützen und ermutigen, spüren wir Selbstvertrauen und wir engagieren uns gerne, wagen auch einmal das Neue und können so weiter wachsen. Stoßen wir dagegen ständig auf Skepsis und Ablehnung, fühlen wir uns entmutigt und trauen uns immer weniger zu.

Die Individualpsychologie konnte zeigen, dass die Ermutigung eines der wichtigsten und wirkungsvollsten Mittel ist, um Menschen in ihrer Entwicklung und in ihrem Selbstvertrauen zu fördern.

➔ Ermutigung ist mehr als ein Zauberwort.

Lebensstil

„So bin ich eben. Wenn ich gestresst bin, explodiere ich leicht. Das war schon immer so.“

In solch einer Äußerung kommt der Lebensstil eines Menschen zum Ausdruck. Man glaubt, sich nicht anders verhalten zu können, als man es in der jeweiligen Situation eben tut. Situationen, die den Lebensstil bedrohen, deutet man um, so dass letztlich alles wieder passt. Wie immer sich ein Mensch verhält, es ist adäquat zu seinem Lebensstil. Aufgrund der Erfahrungen der ersten Lebensjahre entwickelt jeder Mensch ein Modell, wie er sich selbst, andere Menschen und das Leben ganz allgemein sieht.

Dieses Modell nennt Adler den Lebensstil, der meist unbewusst als Verhaltensmodell für das ganze weitere Leben mitgenommen wird.

➔ Der Lebensstil gibt uns das Gefühl: Ich weiß schon, wie es ist.